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29. Jänner 2010
Experten sehen großes Potenzial für "Augmented Reality"

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Neue Anwendungen im Bereich „Augmented Reality" (AR) - also der Anreicherung der wahrgenommenen Realität mit digitalen Informationen - könnten sowohl im Privat- als auch im Geschäftsalltag künftig eine bedeutende Rolle spielen. Davon gaben sich Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien überzeugt.

 

Wer entsprechende Anwendungen benutzt, kann sich durch die Handykamera die tatsächliche Umgebung ansehen, aber auch Standorte von Bankomaten, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten einblenden lassen - gespickt mit weiterführenden Informationen. Und Kunden, die neue Möbel kaufen wollen, überprüfen per Mobiltelefon, ob sie tatsächlich gut ins Wohnzimmer passen.

 

Augmented Reality sei der logische nächste Schritt in der Interaktion zwischen realen Elementen und dem Cyberspace beziehungsweise den darin enthaltenen und darüber verfügbaren Daten, erklärte Chris Budgen vom Webconsulter diamond:dogs. Die Vorfreude sei aber ein wenig getrübt. Erstens würden sich fast alle verfügbaren Anwendungen noch im Prototyp-Stadium befinden und zweitens müsse die breite Akzeptanz für dermaßen innovative Ansätze eine Weile reifen.

 

Neben den visuellen gebe es aber auch haptische - etwa das iPhone als Wasserwaage - oder Audio-Anwendungen, wie etwa das Erkennen, welches Lied gerade im Radio gespielt wird. Als mögliche weitere Einsatzbereiche sieht er 3D-Modelle bei Operationen, Autobastler, die eingeblendet bekommen, an welchen Teilen sie gerade herumschrauben, oder Anwendungen, durch die Ornithologen das Gezwitscher den entsprechenden Vogelarten zuordnen können. Im Alltag der breiten Masse werde AR aber in den kommenden fünf Jahren noch nicht ankommen.

 

Knapp 500.000-mal heruntergeladen

Seit der zweiten Jahreshälfte 2009 habe ein regelrechter Boom eingesetzt, ergänzte Markus Tripp vom heimischen AR-Spezialisten Mobilizy, dessen Anwendung „Wikitude World Browser" inzwischen knapp 500.000-mal aus dem Internet heruntergeladen worden ist. Wikitude bindet unter anderem Inhalte von Wikipedia, Youtube und Flickr ein. Dadurch findet ein Salzburg-Besucher am Kapitelplatz beispielsweise Youtube-Videos der berühmten „Jedermann"-Aufführung.

 

Inzwischen habe man 40 bis 50 neue Info-Quellen hinzugefügt. Auch ein eigenes Navigationssystem sei „praktisch fertig", mit mehreren Unternehmen würden dazu bereits Gespräche geführt. Allerdings entwickeln sich die Branchengrößen zu einer echten Konkurrenz, „gegen die Großen tun wir uns schwer", verwies Tripp auf den Mobilizy-Personalstand von sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Erweiterte Realität ist verzerrte Realität

„Das Thema wird sichtbarer und setzt ein großes Rad in Gang - weg vom verstaubten Universitäts-Hinterstübchen", gab sich auch Wolfgang Leindecker von NextiraOne Austria von den neuen Möglichkeiten überzeugt. Im Geschäftsbereich seien Lösungen für die bessere Zusammenarbeit über Distanzen interessant. Nicht vergessen werden sollte „der Mega-Markt der umgebungsbasierten, zielgerichteten Werbung - man beachte das große Interesse von Google".

 

iPhone und Google würden aber „nur eine Eisbrecher-Funktion für die breite Masse darstellen, der Tragweite der Veränderung in der Umweltwahrnehmung, die auf uns zukommt, wird der Hype noch nicht gerecht". Allerdings würden die Nutzer mit ihren Datenspuren für die Nutzung der Dienste zahlen. „Sie geben etwas preis, das für andere einen Wert hat", so Leindecker. Die erweiterte Realität sei auch eine verzerrte Realität, „weil möglicherweise wer dafür bezahlt, dass ich das sehe".

 

Wunsch-Immobilie beim Schlendern finden

„Unsere Gewohnheiten werden durch Augmented Reality in Zukunft verändert", sagte Thomas Wedl von Cellular, einem Anbieter von mobilen Anwendungen. Wer in einer Wohngegend unterwegs sei, die ihm gefällt, und eigentlich umziehen möchte, könnte auch gleich angezeigt bekommen, ob hier eine Immobilie frei ist.

 

„Der Kunde muss ja nicht wissen, dass es sich dabei um eine AR-Anwendung handelt, sie muss nur hilfreich sein. Im Vordergrund steht die benutzerfreundliche Verwendung von neuen Technologien", so Wedl. AR-Funktionen würden sukzessive in unterschiedliche mobile Applikationen und Geräte Einzug halten und so im Alltag neue Möglichkeiten bieten.

 

Interessante Möglichkeiten hier auch Nachrichten einzubinden, sieht Alexis Johann vom  WirtschaftsBlatt. Als Beispiel nannte er einen Kundenbetreuer, der vor dem Gebäude des Kunden noch schnell aktuelle Daten abrufen könnte: Nachrichten zum Unternehmen, wer ist der Geschäftsführer, wie geht es der Branche, etc.

 

„Ich kann mir extrem gut vorstellen, dass die Zahlungsbereitschaft vorhanden ist, wenn die Informationen hilfreich sind", sagte Johann in Anspielung auf „das heurige Motto der Medienbranche ‘Show me the money‘". Weitere Einsatzgebiete von AR seien etwa Möbelhäuser, die ihren Kunden anbieten könnten, sich ein Bild von der roten Couch im Wohnzimmer zu machen, die sie eventuell zu kaufen beabsichtigen.

 

Prinzipiell mache AR für viele Firmen Sinn, das „wird ein extrem großer Markt". Treiber sei der Spaßfaktor. Kurzfristig würden „einige das Potenzial erkennen und aus Imagegründen nutzen." Als mögliche Zielgruppe sieht Johann beispielsweise auch Personen mit Sehbeeinträchtigung.

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