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26. Februar 2010
E-Skills werden zum Wettbewerbsfaktor

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Wird es künftig noch möglich sein, am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen, ohne die Grundlagen der „Kulturtechnik E-Skills" - also die Fähigkeit, mit Informations- und Kommunikationstechnologien umzugehen - zu beherrschen? Eher nicht, gaben sich Expertinnen und Experten bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien überzeugt.

 

„IT-Kenntnisse werden künftig das beste Bollwerk gegen Arbeitslosigkeit sein", erklärte Thomas Lutz von Microsoft Österreich. Ein Drittel der europäischen Arbeitnehmer laufe allerdings Gefahr, durch mangelnde E-Skills künftig am Arbeitsleben nicht mehr teilnehmen zu können. Millionen Menschen hätten dann nur mehr geringe Aussichten auf eine Anstellung. „Die Arbeitswelt von heute wird sich von der von morgen stark unterscheiden, weil alles mit IT unterlegt ist. Das ist den Bildungspolitikern allerdings noch nicht bewusst", so Lutz.

 

Er hält „EDV-Unterricht oder die IT-Ecke in der Zeitung" für ein „Relikt aus den 90er Jahren". Schließlich sei Informationstechnologie nicht mehr exotisch, sondern müsse integriert werden. Profitieren könnten vom Ausbau der technischen Fähigkeiten auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen, weil Barrieren überwunden und Vernetzungen ermöglicht würden. „Der digitale Graben ist nicht kleiner geworden. Die Anschlüsse sind da, aber die Nutzung steigt dadurch nicht automatisch", sagte Lutz.

 

Dem soll die von Microsoft Österreich gemeinsam mit der Österreichischen Computer Gesellschaft und Partnern aus Wirtschaft und Politik ins Leben gerufene Initiative „IT-Fitness" entgegen wirken. Sie stelle ein niederschwelliges Angebot dar, das kostenloses Reinschnuppern ermöglichen und Interesse an mehr wecken soll. Ziel sei, Österreich fitter im Umgang mit Computer und Internet zu machen und mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen die Berufschancen zu verbessern.

 

Filialbesuch statt E-Banking ist weit verbreitet

„Es scheitert an vielen Dingen, aber nicht an technischen Kenntnissen", meinte hingegen Wolfgang Kern von UC4 Software. Außerdem seien nicht alle von der Notwendigkeit, überall IT einzusetzen, überzeugt. „Filialbesuch statt E-Banking ist weit verbreitet. Wir in der IT-Branche haben andere Bedürfnisse als die Tischlerei am Land", gab Kern zu bedenken.

 

Im Rahmen der zunehmenden Internationalisierung werde zwar der Einsatz moderner Kommunikationsmittel immer wichtiger. Allerdings müssten auch kulturelle und altersabhängige Unterschiede berücksichtigt werden. So sei bei Top-Managern in vielen, auch sehr großen Unternehmen die Kommunikation über E-Mail oft nicht erwünscht und - weil als unpersönlich empfunden - auch wenig genutzt.

 

Nur noch 10 Prozent der Jobs ohne E-Skills

In Österreich werde in zehn Jahren nur noch einer von zehn Jobs mit Personen ohne E-Skills besetzt, hielt Norbert Schöfberger von HP Österreich dagegen. Leben und Arbeiten in einer Informationsgesellschaft verlange die Aneignung einer zeitgemäßen Medienkompetenz - „im Prinzip sprechen wir hier von lebensbegleitendem Lernen". Die IKT-Entwicklungsstufe stelle inzwischen einen Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes dar.

 

Elektronik sei außerdem bereits integraler Bestandteil des heutigen Lebens der Jugendlichen. „Diese ‘digital natives‘, die mit der Maus schneller sind als mit dem Filzstift, werden wir in 15 bis 20 Jahren im Senior Management antreffen", erklärte Schöfberger.

 

Persönliche bzw. menschliche Fähigkeiten wichtiger

"Digitale Skills" seien sicher eine Notwendigkeit im modernen Berufsleben. Aus unternehmerischer Sicht für weitaus wichtiger stuft Christian Czaak von der Plattform economy austria jedoch "persönliche bzw. menschliche Skills" wie Identifikation mit Job und Unternehmen sowie soziale Kompetenz und unternehmerisches Einfühlungsvermögen ein.

 

„Die Warnung der Experten bezüglich digitaler Gräben halte ich im Übrigen für überzogen", erklärte Czaak. Es sei wichtiger, nicht nur bis zum Schreibtisch zu denken. Außerdem würden auch soziale Netzwerke existieren, die nichts mit dem Internet zu tun hätten. Seiner Erfahrung nach seien 95 bis 98 Prozent der Inhalte in sozialen Netzwerken im Web - vom Nutzeneffekt betrachtet - „absoluter Schrott".

 

Enorme Nachfrage nach 4. Kulturtechnik

Vor sieben Jahren sei man der Meinung gewesen, Angebote zur IT-Grundlagenvermittlung nicht mehr lange anbieten zu müssen. „So grundlegend geirrt haben wir uns schon lange nicht", verwies Albert Gebauer, Referatsleiter im WIFI, auf die nach wie vor bestehende Nachfrage. „IT-Anwenderkenntnisse sind die 4. Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben, Rechnen", so Gebauer.

 

Die Frage am Jobmarkt heiße nicht mehr „Welche IT-Kenntnisse haben Sie?", sondern: „Wie können Sie Ihre IT-Kenntnisse für das Unternehmen einsetzen?" Informationstechnologie müsse schon in der Schule - ab der 5. Schulstufe - den gleichen Stellenwert bekommen wie Fremdsprachenunterricht, gab sich Gebauer überzeugt.

 

In den 1990er Jahren habe sich der Begriff „digitale Kluft" vor allem auf die Frage des Zugangs, also des Anschlusses an das Internet, bezogen. Heute sei das kaum mehr ein Thema, „mit dem Zugang allein kommen aber noch keine E-Skills", erklärte Medienwissenschafterin Jana Herwig. Wenn eine Technologie in der Gesellschaft Einzug gehalten habe, werde es notwendig, sie in entsprechenden Fähigkeiten abzubilden.

 

Ein weiterer Punkt auf den Herwig hinwies ist der „Participation Gap": Dabei gehe es weniger um die Frage "Wer kann den Computer bedienen?" sondern: „Wer ist in vernetzten Umgebungen unterwegs, wer ist präsent, wer kann 'mitreden'? Bin ich verloren, wenn man mich nicht ergoogeln kann, wenn ich mich nicht äußere, wenn ich keine Online-Reputationspunkte erziele? Oder trifft dies nur auf bestimmte Berufsbilder zu?"

 

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