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Mobile Business: Wenn das Büro auf Reisen geht
Europäischer Spitzenreiter. Österreich ist führend beim Einsatz von
mobilen Datenkarten in Laptops und Handhelds
Bei heimischen Klein-und Mittelbetrieben herrscht steigende
Nachfrage nach Mobile Office-Lösungen.
Wien. Zwei Dinge waren es, die in den 90er-Jahren zur Geburt des
"Mobile Business" führten: einerseits standen zuerst mit dem
Aufkommen von transportablen Notebooks (und später verschiedensten
PDAs und Handhelds) plötzlich Möglichkeiten offen, an den
Desktop-Rechner gebundene Geschäftsprozesse auch "vor Ort" zu
erledigen. Auf der anderen Seite entstand mit der Mobilfunkindustrie
die technische Voraussetzung für die drahtlose Datenkommunikation
zwischen "externen" Mitarbeitern und dem Unternehmen. Aus den ersten
Konzepten, die sich hauptsächlich darum drehten, mit dem Notebook im
Grünen E-Mails und Texte zu schreiben, wurden umfangreiche Systeme,
die verschiedenste Aspekte des mobilen Arbeitens abdecken. Die
Bandbreite ist größer denn je und reicht von Entertainment-und
Datendiensten, die mittels Handy und PC abgewickelt werden, bis zu
Spezialanwendungen, die es Mitarbeitern im Außendienst erlauben,
gesammelte Informationen direkt ins Unternehmensnetz einzubinden und
auf dort gespeicherte Informationen zuzugreifen. "Mobile Business"
ist vielseitig - so vielseitig wie die Geschäftswelt selbst.
Datenkarten im Aufwind
"Mobiles Arbeiten wird bei österreichischen Unternehmen, sowohl
bei den Großen als auch im Bereich der Kleinstunternehmen, immer
wichtiger", ist Michael Fried, Geschäftsführer Marketing & Sales beim
Mobilfunkanbieter One, überzeugt. "Im Telefoniebereich dominiert das
Handy die Kommunikation. Auch im Datenbereich geht die Entwicklung in
Richtung mobil. Ob mobiles Senden und Empfangen von E-Mails oder der
mobile Zugriff auf Firmennetzwerke - immer mehr Unternehmen statten
ihre Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, PDAs oder
UMTS/HSDPA-Datenkarten für die Nutzung von mobilem Breitband aus, mit
denen auch eine Daten-übertragung möglich ist." Deshalb seien
maßgeschneiderte Lösungen zurzeit stark im Steigen begriffen.
Ähnlich denkt auch Michael Bartz vom IT-Beratungsunternehmen
Capgemini. "Im Geschäftskundensegment ist allen bewusst, dass
Datenkarten, mobile E-Mails und - mit langsamer Geschwindigkeit -
auch mobil verfügbare Applikationen den Markt erobern", erklärte er
im Rahmen einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community.
"Diese Welle erreicht nun auch die Klein-und Mittelunternehmen. Eine
Revolution findet jedoch im Konsumentenmarkt statt", so Bartz, der
als größte Umsatzbringer Anwendungen wie mobiles E-Mail, Video, TV
und Musik betrachtet. Auch der "Handy-Personalisierungsmarkt"
(spezielle Klingeltöne, Hintergrundbilder aus aktuellen Kinofilmen
etc) habe ein enormes Potenzial - global "rund sieben Milliarden Euro
bis zum Jahr 2008", wobei er ein "trojanisches Pferd und wunderbarer
Werbeträger für Aktionen wie den aktuellen James Bond-Filmstart" sei.
Bereits 2004 erreichten die Klingelton-Verkäufe in Großbritannien 174
Mio. Euro (zum Vergleich: für CD-Singles wurden nur knapp 80
Millionen ausgegeben).
Spannender Markt
"Wir sind in einer spannenden Phase der mobilen Kommunikation",
ist auch Michael Fried von One überzeugt. "Der Wunsch, sich gänzlich
von der Festnetztelefonie zu lösen, wird nun auch bei Unternehmen
immer vehementer. Was noch vor einigen Jahren undenkbar war, wird
jetzt Realität: sich nämlich komplett auf mobile Telefonie zu
verlassen. Daneben steigt auch die Nachfrage nach Mobile
Office-Lösungen." Die Lösung im One-Portfolio heißt "Outlook am
Handy" und inkludiert auch Push-Mails. "Wir haben diese Produkt
gemeinsam mit Microsoft und dem Internet Provider EUnet für
Unternehmen ohne eigene Server-Infrastruktur entwickelt." One will
sich in Zukunft "noch stärker den Kleinstunternehmen widmen und ihnen
für ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte mobile Lösungen sowohl im
Voice-als auch im Datenbereich anbieten", sagt Michael Fried. Und:
"Der Mobilfunkmarkt war in der Vergangenheit sehr technikgetrieben.
Daran sind sicherlich einige Produkte gescheitert. Es gilt nun, die
Technik an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen und nicht umgekehrt,
das heißt, einfach verständliche Anwendungen zu schaffen oder leicht
zu bedienende Endgeräte anzubieten, die einen problemlosen Einstieg
in die mobile Arbeitswelt ermöglichen."
Auch auf die Medien-und Werbeindustrie habe die neue Mobilität
"dramatische Auswirkungen", meint Bartz. "Hier wird derzeit das
Geschäftsmodell neu erfunden. Die Ausgaben verlagern sich: Coca-Cola
gibt bereits jetzt geschätzte 1,5 Milliarden US-Dollar für mobiles
Marketing aus."
Österreich liegt vorne
Auch Andreas Szamosvari von T-Mobile Austria ortet einen
verstärkten Trend zu mobilen Datenanwendungen: "Wir verzeichnen beim
mobilen E-Mail-Abruf Wachstumsraten von 50 Prozent pro Monat", sagt
er. "Bei Datenkarten, Netztechnologie und Abdeckung im Bereich
Breitband für unterwegs ist Österreich europaweit die Nummer eins."
Laut Szamosvari seien in der Alpenrepublik zurzeit zwischen 200.000
und 250.000 Datenkarten im Einsatz. Allerdings sieht Chris Budgen von
diamond:dogs auch eine neue Herausforderung für die
Mobilfunkbetreiber, die die Basis für die verschiedensten Dienste
liefern müssen. "Zukünftige Umsätze werden verstärkt über die
Vermarktung von Inhalten und Applikationen generiert werden müssen",
meint Budgen, und Alexander Slezak von Gentics ist überzeugt, dass
zumindest Geschäftskunden ihre "Internet-Erledigungen" zunehmend auf
das Handy verlagern werden.
"Intelligente mobile Dienste sind für den Information Worker - vor
allem im Vertrieb und im Kundenservice - die Erweiterung der
Unternehmensportale im Web. Das ermöglicht personalisierte
Informations-, Kommunikations-und Businessdienste rund um die Uhr an
jedem Ort der Welt. Mobile Services werden in Österreich sogar schon
auf der Baustelle eingesetzt", so Slezak.
Keine Killer-Applikationen
"Ob es sich um Urlaubsreisen, Geschäftsprozesse oder Mitarbeiter
eines Unternehmens handelt - alles hat bereits oder braucht neue
Mobilitätslösungen", ist Robert Ludwig von Nextira One überzeugt.
"Die Voraussetzung, um mit dem globalen Wettbewerb Schritt halten zu
können, ist eine professionelle Infrastruktur, gepaart mit dem
richtigen Angebot an Dienstleistungen." In diese Kerbe schlägt auch
Edwin Ronacher von Kapsch CarrierCom: "Die Technologie funktioniert
schon lange. Allerdings muss nun das Kundenbedürfnis geweckt werden.
Dem Zwang, unbedingt eine Killer-Applikation finden zu müssen, sollte
man nicht nachgeben."
Bild: Michael Fried von One ortet mobiles Interesse bei vielen KMUs.
Bild: Mobile Business Diskussion im Rahmen der Apa
E-Business-Community.
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