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EBC-Newsletter #11/2008
Experte plädiert für werbefinanziertes Handy-TV
APA/Andrea Berger - Bei der APA-EBC-Veranstaltung diskutierten Expertinnen und Experten über Zukunft und Chancen von Handy-TV (v.l.n.r.): Silvia Kienberger (Benmark), Robert Schweinzer (APA-MultiMedia), Otto Petrovic (evolaris), Andreas Martin (Hutchison 3G) und Christian Nemeth (ONE).

Die Kombination aus Fernsehen und Werbung ist den Konsumenten vertraut. Im mobilen Bereich wagt man den Schritt auf dieses unbekannte Terrain vorerst aber noch nicht. Zu Unrecht, wie Experten meinen. "Warum spricht keiner von Werbefinanzierung? Warum soll der Kunde für alles allein bezahlen? Das passiert in keinem anderen klassischen Medium", erklärte Otto Petrovic, Leiter des Grazer Forschungsinstituts "evolaris Privatstiftung", bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community in Wien.

 

Die Besonderheiten des mobilen Fernsehens müssten sich aber in eigenständigen Formaten spiegeln, da die Reichweite nicht mit klassischen Medien vergleichbar sei. "Die Agenturen sagen: Das ist die Reichweite eines Bezirksblattes, und dafür zahle ich auch nicht mehr als für das Bezirksblatt." Diese Denkweise sei aber falsch, weil die Werbung am Handy regionalisiert und personalisiert werden könnte. Schließlich wüssten die Mobilfunker mehr über ihre Kunden als fast jede andere Branche. Werbung und Marketing dementsprechend anzupassen und für das bestehende Wertschöpfungssystem attraktiv zu machen, werde aber noch dauern.

 

Um Informationen über die Akzeptanz von Handy-TV zu ermitteln, plädierte Petrovic für "Living Labs": "Im Osten schaut man sich an, was die Menschen mobil nutzen. Das sind beispielsweise Seifenopern und Erotik. Im Westen befragt man die Leute. Natürlich sind dann alle nur an Nachrichten und Co. interessiert." Als "Mäusekino" würde der Fachmann mobiles Fernsehen nicht bezeichnen. "Der Bildschirm ist klein, das stimmt, aber dafür ist Handy-TV mobil und interaktiv. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die heutigen Jugendlichen mit kleinen Bildschirmen aufgewachsen sind - siehe Nintendo", gab sich Petrovic überzeugt.

 

Generell sei das Handy ein Lücken- und Kommunikationsmedium. "Mit mobilem Fernsehen kann man perfekt Wartezeiten überbrücken. Ein weiterer Mehrwert ergibt sich durch die Möglichkeit, Sequenzen aufzunehmen und beispielsweise an Freunde weiterzuleiten. Das zeigt sich auch am Boom von sozialen Netzwerken", so Petrovic.

 

Mobilfunker eher skeptisch

Offen gegenüber neuen Finanzierungsmodellen, aber dennoch skeptisch, zeigte sich Christian Nemeth vom Mobilfunker One. "Es gibt nur sporadische Vorstöße der Werbebranche. Die kommen normalerweise nicht von allein. Für uns hat Werbung am Handy kurzfristig gesehen keine Relevanz", relativierte Nemeth. Außerdem habe man nur bei speziell auf das Handy abgestimmten Programmen Einfluss auf die Inhalte, nicht aber auf die klassischen TV-Anbieter. Mittelfristig würden sich die Produzenten dem Trend zu mobilem Fernsehen aber nicht verschließen können. "Das ist wie in den 50er-Jahren, als wir an der Schwelle vom Kino zum TV standen", so Nemeth.

 

Andreas Martin vom Unternehmen Hutchison 3G Austria, das auch Mitglied des Dialog Marketing Verbands Österreich ist, sieht mobiles TV als "kleine Medienrevolution". Spezielle für Handys aufbereitete Programme biete "3" schon seit mehr als zwei Jahren über die Mobilfunktechnologie UMTS an, bei der man inzwischen eine fast hundertprozentige Netzabdeckung erreiche. "Bei DVB-H wird das noch etwas dauern", sagte Martin. Er schätzt, dass "3" bis Jahresende rund 10.000 Kunden vom mobilen Fernsehen über DVB-H überzeugen kann.

 

"Eine Kombination von Handy-TV mit klassischen mobilen Portalen könnte die Entwicklung vorantreiben. Dafür sind aber speziell aufbereitete Inhalte und Services notwendig", erklärte Robert Schweinzer von APA-MultiMedia. Vorstellbar seien etwa Programmführer oder Kurznachrichten, die über den Beginn von interessanten Sendungen informieren. Allerdings glaubt auch Schweinzer, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich Handy-TV etabliert.

 

"Viel Hoffnung und viel Risiko", entnimmt Silvia Kienberger vom IT-Consulter Benmark den Plänen der heimischen Mobilfunker. Im Fokus der Betreiber müssten Interaktion und Zusatzdienste stehen - etwa die Wiederholfunktion oder die Möglichkeit, Produkte und Dienste zu kaufen, die gerade im TV gezeigt worden sind. "Dadurch ergibt sich eine völlig veränderte Wertschöpfungskette", so Kienberger.

Telekom-Branche produziert kranke Mitarbeiter
APA/dpa - "Gesundheitsprobleme sind dramatisch"

Das Personal in der Telekom-Branche klagt weit häufiger über Gesundheitsprobleme als der Durchschnitt der österreichischen Arbeitnehmer. "Die Beschäftigten zeigen deutliche Anzeichen von Burn-out, die Gesundheitsprobleme sind dramatisch", so das Ergebnis einer Umfrage von Ifes unter über 4.000 Beschäftigten der Handy- und Festnetzbranche. Ifes-Experte Georg Michenthaler sprach von einer "Tendenz zur Selbstausbeutung durch hohe Vorgaben ohne entsprechende Ressourcen".

 

Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit betrage in der Branche 42,4 Stunden, während sie im heimischen Schnitt bei 38 Stunden liegt. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitet mindestens an einem Tag in der Woche länger als 10 Stunden und verletzt somit die Arbeitszeitbestimmungen. Jeder zweite Mitarbeiter von Mobilkom Austria, T-Mobile, Tele2, One und UPC leidet unter Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, während es im Österreich-Schnitt 14 Prozent sind, so Michenthaler. Zwei von drei Mobilfunk- und Festnetzbeschäftigten fühlen sich am Ende des Arbeitstages verbraucht, in allen anderen Branchen sind das im Durchschnitt 14 Prozent.

 

Fast die Hälfte der im Auftrag der Betriebsräte befragten Mitarbeiter sorgt sich um den eigenen Arbeitsplatz. Dabei sind die Beschäftigten in der Handy-, Festnetz- und Internetbranche besonders gut qualifiziert: 60 Prozent verfügen zumindest über Matura. Jedenfalls würde die Branche mehr statt weniger Arbeitnehmer brauchen, betonten die Betriebsräte von Mobilkom und T-Mobile, Werner Luksch und Johann Hofmeister. Außerdem seien die Manager gefordert, das Arbeitszeitgesetz einzuhalten. "Die Studie hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen", so Luksch.

Informations-Branche weiter im Aufwind
APA/dpa - Beschäftigungsplus beträgt 7,9 Prozent Der heimische Informations- und Kommunikationssektor verzeichnete im Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 10,5 Prozent auf mehr als 44 Mrd. Euro, teilte die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit. Die Exportquote machte 15,8 Prozent aus und betrug rund 7 Mrd. Euro. Besonders erfolgreich seien die Technischen Büros, Werbung sowie Unternehmensberatung/IT gewesen.

 

Die Umsatzzuwächse hätten ein Beschäftigungsplus von 7,9 Prozent ermöglicht. Insgesamt gebe es in der Sparte Information und Consulting 190.000 Arbeitsplätze. Dazu kommen noch rund 50.000 Ein-Personen-Unternehmen, die sich laut Spartenobmann Hans-Jürgen Pollirer "ihren Arbeitsplatz quasi selbst sichern". Die aktuelle Auftragslage für 2008 wird von den Betrieben als "gut" beurteilt, wobei für das erste Halbjahr 2008 ein Wachstum von rund 6 Prozent erwartet wird.

Heimischen Internetusern sind Blogs ein Begriff
APA/dpa - Internet-Tagebücher haben Nachholbedarf bei der Glaubwürdigkeit

Knapp 77 Prozent der österreichischen Internetnutzer können mit dem Begriff Weblogs etwas anfangen. Das ergibt eine Umfrage des Online-Marktforschers meinungsraum.at zusammen mit dem Beratungsunternehmen "kier communication consulting" unter 311 Personen im April und Mai dieses Jahres. Ein Viertel sind, zumindest gelegentlich, aktive Blogger.

 

Rund 58 Prozent der Befragten nutzen die Web-Tagebücher aber nur als Leser, im Vordergrund steht es, "verschiedene Meinungen kennenzulernen", hieß es in einer Aussendung. Am unterhaltsamsten finden die Leser private Blogs gefolgt von Medienblogs, als informativ werden Unternehmensblogs und journalistische Blogs eingestuft. 61 Prozent der Leser sind an anderen Meinungen bzw. Hintergrundinformationen interessiert, 44 Prozent suchen Unterhaltung.

 

Im Vergleich zu anderen Medien haben die Internet-Tagebücher bei den Kriterien "Objektivität", "Glaubwürdigkeit" und "Vertrauenswürdigkeit" noch Aufholbedarf, ergibt die Studie. Die Motivation, selbst Blogs zu veröffentlichen oder zu kommentieren, ist vor allem der "Austausch von Meinungen und Informationen", gefolgt von "Kontakt halten mit Freunden und Bekannten" und weil sie "etwas zu sagen haben".

Ex-Hacker: "Es gibt keinen Patch für Dummheit"
APA/Monty Brinton/J. Wiley & Sons - Kevin Mitnick hat inzwischen die Seiten gewechselt

Dunkler Anzug mit Krawatte, Kurzhaarschnitt und polierte Schuhe: So würde man sich einen Cyberkriminellen gemeinhin wohl kaum vorstellen. Aber es ist ja auch schon einige Jahre her, dass der ehemalige amerikanische Computerhacker Kevin Mitnick - der vor seiner Festnahme "unglücklicherweise" einer der meistgesuchten Hacker der USA war - sein Unwesen trieb. Inzwischen zieht er durch die Länder, warnt vor "Social Engineering" und propagiert die "menschliche Firewall".

 

Durch "Social Engineering", also die Täuschung und Manipulation von Mitarbeitern, damit diese unwissentlich Informationen oder Daten preisgeben, würden herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen sehr leicht ausgehebelt. "Ein Anruf genügt und die Technik ist ineffektiv", erklärte Mitnick bei einer Veranstaltung des Softwareunternehmens phion im Tiroler Alpbach. Das Ausnützen der Schwachstelle Mensch bringe viele Vorteile: "Es ist einfacher als ein technischer Hack, die Werkzeuge dafür sind meist gratis, es wirkt unabhängig vom Betriebssystem und das Bewusstsein dafür fehlt." Außerdem gebe es "keinen Patch für Dummheit", sagte der Experte.

 

"Egal wie viel man für IT-Sicherheit ausgibt: Es ist rausgeschmissenes Geld, wenn das Fehlverhalten eines Mitarbeiters ausreicht, um das Unternehmen in Gefahr zu bringen. Das Personal muss entsprechend geschult werden, damit Annäherungsversuche schon im Vorfeld bemerkt werden", erklärte der wegen Einbrüchen in die Computersysteme von Motorola, Novell, Nokia oder Sun Microsystems verurteilte Fachmann. Es sei erstaunlich einfach, Informationen zu erhalten, wenn man sich am Telefon etwa als Helpdesk-Mitarbeiter ausgebe. Von 100 nach Username und Passwort befragten Managern hätten 35 bereitwillig Auskunft gegeben.

 

Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt. Inzwischen würden auch USB-Sticks - also mobile Datenspeicher - beispielsweise in der Kantine "vergessen". Sollte den Finder die Neugier überkommen oder er ihn selber verwenden wollen, wären böse Überraschungen garantiert. Sobald man den Stick an den Computer anschließe, werde ein modifizierter Trojaner installiert, der käuflich zu erwerben und von keinem Virenschutzhersteller erkennbar sei. Anschließend kann der Angreifer beispielsweise live mitverfolgen, was auf dem Rechner vor sich geht, die Kontrolle über den PC übernehmen oder den User über das Mikrophon belauschen.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- ANECON Software Design und Beratung GmbH www.anecon.com

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- DIMOCO Direct Mobile Communications GmbH www.dimoco.at

- DMVÖ Dialog Marketing Verband Österreich www.dmvoe.at

- economyaustria economyaustria.at

- Gentics Software GmbH www.gentics.com

- Hewlett Packard www.hp.com/at

- IT Solution GmbH www.itsolution.at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting AG www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at

- SER Solutions Österreich GmbH www.ser.at

- Telekom Austria www.telekom.at

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

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